Dienstag, 19. September 2017 · 15:19 Uhr

Geschichte - Die Karl-Marx-Allee


Am Frankfurter Tor beginnt die Karl-Marx-Allee, sie ist mit 1,8 km das längste Baudenkmal Deutschlands und einer der wenigen europäischen Boulevards des 20. Jahrhunderts. Das Bauensemble der Karl-Marx-Allee / Frankfurter Allee war die erste größere städtebauliche Planung im zerstörten Berlin nach 1945 und gehört zu den wichtigsten städtebaulichen Leistungen Deutschlands in dieser Zeit überhaupt.

Auf den Trümmern der ehemals großen Frankfurter Allee entstand von 1950 - 1956 eine homogene 7- bis 9-geschossige Bebauung, deren baukünstlerischer Ausdruck Zeugnis gibt von einer Zeit der politischen Konfrontation und des Wettbewerbs im geteilten Berlin.

Sie sollte in ihrer Architektursprache die ideologischen Unterschiede der Systeme manifestieren und stellt sich heute als ein Gesamtkunstwerk von europäischem Rang dar.

Die Türme am Frankfurter Tor wurden nach Entwürfen des Architekten Hermann Henselmann erbaut. Innerhalb der damals als „Zuckerbäckerstil“ zu unrecht verspotteten Architektur heben sich die Türme Henselmanns deutlich von der übrigen Bebauung ab.

Sie interpretieren die damals vorgeschriebene Orientierung an historischen Formen der lokalen Bautradition ungemein eigenständig und selbstbewußt. Nach einer umfassenden Sanierung stehen die Türme einer ihrer Bedeutung entsprechenden Nutzung offen.

Im nördlichen Turm hat die Stiftung Denkmalschutz Berlin ihren Sitz, der südliche Turm bietet Raum für gesellschaftliche Ereignisse im kleineren Kreis.